Jugendwerkstatt Bauhof nun vollständig entschuldet

Insolvenzplan angenommen – Gläubiger verzichten auf Forderungen

11.09.2008 | Halle. Die Jugendwerkstatt Bauhof in den Franckeschen Stiftungen ist nach den Worten des Insolvenzverwalters Lucas F. Flöther erfolgreich saniert. Die Aufhebung des Verfahrens sei nur noch ein förmlicher Akt, sagte der Anwalt gestern. Neuer Träger der Sozialeinrichtung wird der Diakonieverband Kyffhäuser gGmbH mit Sitz in Bad Frankenhausen.

Entscheidend sei dafür vor allem der Verzicht der Gläubiger, zu denen unter anderem die Arbeitsagentur Halle sowie die Franckeschen Stiftungen zählen, auf ihre Forderungen gewesen, betont Flöther au feiner Pressekonferenz im Bauhof. Insgesamt sehen die Gläubiger damit von einer Summe in Höhe von 270 000 Euro ab. Der bisherige einhundertprozentige Gesellschafter der Jugendwerkstatt, der Kirchenkreis Halle-Saalkreis, zeigt sich erfreut über den geglückten Trägerwechsel.

Gleichwohl weist deren Superintendent Eugen Manser auf das bestehende Problem von zeitlich sehr kurz befristeten Projekten hin: „Das Grundproblem der Förderpolitik ist nicht gelöst.“ Auch Norbert Otte, Geschäftsführer der Diakonie Kyffhäuser gGmbH, glaubt nicht, dass sich die Förderpolitik hin zu langleberigen Projekten verbessern wird. Jedoch wolle er die bestehenden Projekte weiterführen. Zu neuen Vorhaben gibt sich Otte sehr zuversichtlich, hält sich aber im Detail bedeckt.

Im vergangenen November mußte der Bauhof, der rund 80 Jugendliche ohne Schul- und Berufsabschluß betreut, Insolvenz anmelden, da immer mehr öffentliche Mittel ausblieben (die MZ berichtete). Seit dem Jahr 2000 wurden diese um 50 Prozent gekürzt, obwohl der Eigenanteil des Bauhofs in dieser Zeit von zwölf auf 22 Prozent stieg. Ferner konnte ein Darlehen in Höhe von 180 000 Euro vom ehemaligen Träger, dem evangelischen Kirchenkreis Halle-Saalkreis, nicht zurückgezahlt werden.

Mitteldeutsche Zeitung | Stephan Weidling


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