Inder wollen Agenda Glas übernehmen

10.05.2011 | Gardelegen/Magdeburg. Ein indischer Glashersteller will die Geschäfte des insolventen Flaschenproduzenten Agenda Glas aus Gardelegen fortführen und alle Arbeitsplätze erhalten. Mit dem Unternehmen Hindusthan National Industries & Glas werde nun in exklusiven Verhandlungen ein Kaufvertrag vorbereitet, teilten der Insolvenzverwalter Lucas Flöther und das Wirtschaftsministerium am Dienstag mit. Das Unternehmen mit 150 Mitarbeitern hatte Ende Februar Insolvenz angemeldet, nachdem die Umsätze wegen Schwierigkeiten in der Produktion deutlich unter den Planungen geblieben waren.

“Das attraktive Kaufangebot zeigt, dass in der eher strukturschwachen Altmark mit Agenda Glas ein leistungsfähiger Produktionsstandort entstanden ist, der Zukunft hat”, erklärte Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU). Die indische Firma habe in der Branche einen ausgezeichneten Ruf und verfüge über gute Geschäftskontakte zu großen deutschen Unternehmen.

Agenda Glas war von Managern aus der Glasindustrie gegründet worden. Mit massiven Fördergeldern wurde die Fabrik auf einer Fläche von 16,7 Hektar gebaut – laut Wirtschaftsministerium eine der modernsten Glashütten zur Herstellung von Behälterglas in Europa. Anlaufschwierigkeiten in der Produktion führten das Unternehmen dann aber in die Insolvenz.

Insolvenzverwalter Flöther hatte sich schon frühzeitig zuversichtlich gezeigt, die Arbeitsplätze retten zu können. “Wir haben in einem internationalen Bieterverfahren einen namhaften Kaufinteressenten mit einem attraktiven Kaufangebot sowie überzeugenden Konzept zur Fortführung der Aktivitäten der Agenda Glas AG gefunden”, erklärte Flöther nun.

Der neue Investor ist eine börsennotierte Gesellschaft mit Sitz in Kolkata (früher Kalkutta). Laut Mitteilung ist er mit sechs Glaswerken der Marktführer in Indien. Im vergangenen Jahr lag der Umsatz bei umgerechnet rund 219 Millionen Euro. Das Unternehmen prüft nun auch, die Kapazitäten in Gardelegen mit weiteren Investitionen auszubauen.

Magdeburger Volksstimme / dpa


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