Verkäufe in den USA fast vollständig zusammengebrochen
09.07.2009 | Magdeburg. Die für ihre Schwarzwalduhren bekannte Harzer Uhrenfabrik in Gernrode ist insolvent. Der Geschäftsbetrieb laufe aber vorerst weiter, teilte der vom Amtsgericht Magdeburg zum vorläuf gen Insolvenzverwalter bestellte Fachanwalt Lucas F. Flöther gestern mit. Die Lohnzahlungen für die 21 Beschäftigten seien ” bis einschließlich Juli ” gesichert.
Die Uhrenfabrik beliefert neben dem deutschen, europäischen und russischen Markt vor allem Kunden in den USA. ” Aufgrund der anhaltenden Schwäche des Dollars und verstärkt durch die weltweite Finanzkrise ist insbesondere der US-Handel, der vormals rund 60 Prozent des Gesamtumsatzes der Uhrenfabrik ausmachte, fast vollständig zusammengebrochen “, benannte Flöther einige Gründe für die Schwierigkeiten der Firma. Bereits im März hatte das Unternehmen kurz vor der Insolvenz gestanden, hatte aber noch einmal einen Kredit bekommen. Der Umsatz lag in guten Jahren bei 3,4 Milliarden Euro.
In der 1946 gegründeten Uhrenfabrik, die als einziger Hersteller von Kuckucksuhren außerhalb Süddeutschlands gilt, werden auch Standuhren, Regulatoren, Miniaturuhren, Baro- und Thermometer sowie Wetterhäuschen hergestellt.
Das Unternehmen lockt mit seinen Schauwerkstätten und Ausstellungsräumen jährlich etwa 70 000 Besucher nach Gernrode und machte in der Vergangenheit insbesondere durch eine Riesen-Kuckucksuhr und ein Riesen-Wetterhaus auf sich aufmerksam, die auch im ” Guinness-Buch der Rekorde ” eingetragen sind.
Volksstimme | Torsten Scheer
