Autozulieferer PSFU soll restrukturiert werden

30.06.2010 | Wernigerode.
Die zu den größeren Autozulieferern in Sachsen-Anhalt gehörende „PSFU Profilschleif-, Fertigungs- & UmweltTechnik GmbH“ aus Wernigerode hat beim Amtsgericht Magdeburg Insolvenzantrag gestellt, soll jedoch saniert werden.

Der Geschäftsbetrieb des Unternehmens werde „in vollem Unfang fortgeführt“, sagte der zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellte Magdeburger Rechtsanwalt Lucas F. Flöther gestern der Volksstimme. Er sei optimistisch, das Familienunternehmen bilanziell restrukturieren und die rund 160 Arbeitsplätze in Wernigerode erhalten zu können.

„Die PSFU hat eine gute Marktstellung und ist wettbewerbsfähig“, betonte Flöther. Das Unternehmen habe sich gut auf die Sanierung vorbereitet. Deshalb biete das Insolvenz-verfahren eine „gute Chance für eine nachhaltige Neuaufstellung des Unternehmens“.

Kerngeschäft des 1992 gegründeten Betriebes ist die hochpräzise Metallbearbeitung mit Hilfe von Schleif-, Fräs- und Drehmaschinen. Der Umsatz lag im vergangenen Jahr bei knapp zehn Millionen Euro.
Wichtige Kunden kommen aus dem Automobil- und Anlagenbau oder der Medizin- und Umwelttechnik. Für BMW fertigt PSFU beispielsweise Hinterradschwingen für Motorräder und Motorenteile. Seit Jahren befasst sich PSFU auch mit der regenerativen Energieerzeugung, unter anderem in Form der Brennstoffzellentechnik zur Elektroenergieerzeugung.

Zu den Ursachen für den Insolvenzantrag sagte Flöther, PSFU sei im vergangenen Jahr im Zuge der Wirtschaftskrise in Schieflage geraten. Umsatz und Ergebnis seien deutlich eingebrochen. Verhandlungen über eine Sanierung hätten nicht schnell genug zu Ergebnissen geführt. Deshalb habe sich das Unternehmen „von sich aus“ zu einer Sanierung über einen Insolvenzplan entschlossen.
PSFU-Geschäftsführer Andreas Schubert betonte in einer Stellungnahme, er sehe die „klare Chance“, das Unternehmen zu sanieren.

Magdeburger Volksstimme | Von Torsten Scheer


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