29.10.2009 | Magdeburg. Nachdem die Finanzkrise mit der Flocktechnik Wolmirstedt ihr erstes prominentes Insolvenzopfer unter den Autozulieferern in Sachsen-Anhalt gefunden hatte, ist das Unternehmen erfolgreich saniert und an die AKT altmärker Kunststoff-Technik GmbH in Gardelegen verkauft worden. Durch die Übertragung des Geschäftsbetriebes an AKT sei der Fortbestand eines der bedeutendsten Automobilzulieferer in Sachsen-Anhalt gewährleistet, erklärte gestern Insolvenzverwalter Lucas F. Flöther. Wirtschaftsminister Reiner Haseloff (CDU) sprach Flöther besonderen Dank aus. Dessen Kanzlei sei es „zum wiederholten Mal“ gelungen, ein in wirtschaftliche Schieflage geratenes Unternehmen erfolgreich zu sanieren. Die Flocktechnik hatte im März wegen drastischer Umsatzeinbrüche Insolvenz anmelden müssen. Das Unternehmen, das in zwei Produktionsstätten in Wolmirstedt und in Bautzen rund 60 Mitarbeiter beschäftigt, ist der europaweit führende Hersteller von beflockten Interieurteilen von Fahrzeugen und beschichtet unter anderem das Handschuhfach des aktuellen VW Golf. Zum Kundenkreis zählen auch Audi, Porsche, BMW oder Mercedes-Benz. Im Insolvenzverfahren sei es gelungen, die Auftragslage zu stabilisieren, erklärte Flöther. Ein Großteil der Arbeitsplätze könne erhalten bleiben. „Besonders erfreulich ist, dass die Übernahme durch ein Unternehmen erfolgt ist, das seine Zentrale ebenfalls in Sachsen-Anhalt hat“, kommentierte Haseloff die Entwicklung. Mit der Übernahme verstärkte die AKT ihr Engagement in der Beflockung von Fahrzeugteilen und stelle damit Weichen, sich in einem derzeit nicht einfachen Umfeld erfolgreich am Markt zu positionieren. Der Standort Wolmirstedt werde auch künftig eigenständig agieren.
Volksstimme | Torsten Scheer
